Erst Pfui, dann Hui.
Der Winter hält langsam auch in der östlichsten Region Brandenburgs Einzug, doch die Kurstadthandballer sind nach dem 35:25 Sieg gegen den SV 63 Brandenburg-West wohl schon längst aus ihrem Winterschlaf erwacht. Am 21.01.2012 um 18:00 Uhr war es wieder soweit. Der SV Jahn Bad Freienwalde empfing in der Kurstadthalle die zweite Vertretung der Drittligahandballer aus Brandenburg. Dieses Spiel sollte die Revanche zur Hinrundenpartie sein, die mit 23:26 verloren ging. Die Ausgangssituation des Heimteams war nicht optimal, da Markus Block und Chris Mattias angeschlagen spielten und Alexander Schmidt krankheitsbedingt ganz ausfiel. Der Gegner hatte dagegen eine breit besetzte Ersatzbank. Die Brandenburger zeigten zuletzt im Spiel gegen Altlandsbergs II (28:26) keine gute Leistung. Die Kurstadthandballer dagegen gewannen die letzte Partie gegen Werneuchen mit 31:24 und überzeugten auch im Pokal gegen den Viertligisten HC Neuruppin. Somit war nur die Kaderstärke der Freienwalder geschwächt, aber nicht das Selbstbewusstsein. Unterstützt wurden diese dazu noch von der prallgefüllten Halle und dem lautstarken KurstadtInferno.
Den ersten Angriff des Spiels hatte wieder einmal das Gästeteam, doch wie in den Partien zuvor, konnte dieser abgewehrt werden und sogleich brachte der Gegenstoß die 1:0 Führung für die Kurstadthandballer. Die Außenspieler der Brandenburger hatten einen guten Tag erwischt. Sie hauten dem Freienwalder Torhüter Sebastian Hinz, der heute dennoch überragend hielt, den einen oder anderen Ball um die Ohren. Somit markierte auch einer dieser beiden den ersten Treffer des Gästeteams zum 1:1 Ausgleich. Danach gingen die 63er mit 2:1 in Front, aber die Jahnakteure glichen aus. Genau dieses Rückstand-Ausgleich-Spiel wiederholte sich fünf weitere Male, bis der SV Jahn Bad Freienwalde nach 13 Minuten mit 8:7 in Führung ging. Die Mannen von Trainer Guido Juhre setzten sich nun mit 2 Toren (9:7) ab, auch bedingt durch glückliche Abpraller, die den Weg zum Freienwalder Kreisläufer oder zu den einlaufenden Außenspielern fanden. Der Vorsprung konnte noch einige Minuten gehalten werden, doch beim 12:11 kam der Bruch. Die Tore fielen weiterhin auf der Kurstädter Seite, doch der Spielfluss war dahin und die Abwehr stand nicht mehr so konzentriert, dass die Angriffe der Brandenburger neutralisiert werden konnten. Auf der Anzeigetafel der Kurstadthalle sah man trotzdem noch eine Weile die Führung für das Heimteam (13:11,14:12). Innerhalb der letzten 5 Minuten wendete sich das Blatt und Brandenburg-West führte plötzlich mit zwei Toren (14:16). In den letzten Minuten wollten die Jahn-Akteure zumindest den Anschlusstreffer, der dann auch kurz vor dem Ende fiel. Dementsprechend stand es zur Halbzeit 15:16, was im Handball jedoch kein Ergebnis ist, das die Kurstädter zur Beunruhigung veranlasste. In der Kabine wurden schnell und sachlich die Fehler angesprochen, die in der zweiten Halbzeit vermieden werden sollten.
Im Gegensatz zur ersten Halbzeit erzielte das Gästeteam nun den ersten Treffer der zweiten Spielhälfte zum 15:17. Danach war jedoch Schluss mit lustig für die Brandenburger. Die Abwehr stand nun tadellos. Schnelle Beinarbeit, konsequentes Attackieren bei 9m und der unbedingte Wille den Ball abzuwehren hatten eine 5:0-Serie zur Folge. Die Jahn-Akteure dominierten nun das Spiel und das freiaufspielende Heimteam zeigte sein wahres Potential. Die Spielzüge, die von den überragenden Rückraumspielern Chris Mattias und Oliver Viert mit Toren abgeschlossen wurden sowie gute 1 gegen 1 Situationen von den Außenspielern Marc Gollung und Raik Höhne führten nach einem Tor der Brandenburger wieder zu einer 4:0 Serie. Der Siegeswille der Brandenburger war nun gebrochen. In der Folgezeit wurde der SV 63 Brandenburg-West förmlich von den Kurstadthandballern überrannt. Es klingelte nur noch im Gehäuse des Brandenburger Torwartduos, auch da die erste Welle immer wieder zum Erfolg führte (Spielfolge: 24:20,27:20,28:20). Die letzten 10 Minuten brachen an, doch der Sieger stand nun fast schon fest. Zwei Tore in Folge von den 63ern waren das letzte Aufbäumen, doch es entstand keine Unruhe mehr, weder auf dem Spielfeld oder der Bank noch auf den Zuschauerrängen. Die Dominanz der Freienwalder Akteure in der zweiten Halbzeit erstickte die Hoffnungen der Brandenburger regelrecht im Keim. Somit wurde das Spiel nach einer 180 Gradwendung der Kurstadthandballer nach den ersten 30 Minuten völlig verdient mit 35:25 gewonnen.
Am kommenden Samstag, den 28.01.2012 um 18:00 Uhr, geht die Aufholjagt in Perleberg weiter. Das Spiel gegen Brandenburg wird den Freienwaldern Selbstbewusstsein verschafft haben. Wenn wir unser Potential ausschöpfen, dann ist keine Mannschaft in dieser Liga vor uns sicher und mit unseren tollen Fans im Rücken wollen wir die Blau-Weißen zusammen schlagen, also seid dabei.
Weitere Infos: hier
Tore: Sebastian Hinz (/), Torsten Schirrmeister (/), Mario Narwin (2), Markus Block (4), Philipp Köppen (/), Chris Mattias (6), Mario Rilke (/), Nick Hoffmann (/), Oliver Viert (11), Raik Höhne (4), Marc Gollung (7), Benjamin Warnke (1)
Bilder