Pokalspiel Guben 2011
Die erste Runde des HVB-Pokals fand am 15./16. Oktober statt und viele Mannschaften aus Brandenburg empfingen oder fuhren zu ihren höher – oder niederklassigen Gegnern aus der Landes- , Verbands- und Brandenburgliga, somit spielten unsere Kurstadthandballer am Samstagnachmittag in Guben um den Einzug in die zweite Runde des HVB-Pokals. Nach der Zwischenrunde, als die Jahnakteure beim Landesligavertreter aus Wittstock erst in der ersten Verlängerung überzeugten und dann das Spiel für sich entscheiden konnten, wollte man nun ein besseres Spiel gegen die gleichklassige Mannschaft aus Guben zeigen. Die nur neunköpfige Mannschaft, da einige Spieler krankheitsbedingt ausfielen, nahm die zweistündige Fahrt zu den Neißestädtern auf sich.
Das Spiel begann, wie man es sich von einer Verbandsligamannschaft bei einem Landesligsten vorstellte. Der Favorit spielte konzentriert seine Spielzüge aus und durch die gute Trefferquote am Anfang des Spiels führten die Kurstädter nach 10 Minuten mit 4 Toren. Die Deckung stand in der Anfangsphase wie eine Mauer und somit kamen bei den Chemikern einige Verzweifelungswürfe zustande. Als sich die Jahnakteure nach fortgeschrittener Zeit eine kleine Pause gönnten, übernahm der Landesligist für kurze Zeit das Zepter und diese machten durch den starken Rückraum aus einem 10:6 ein 13:11. Dieses kurzzeitige Aufbäumen von Guben war dann der notwendige Weckruf für die Kurstadthandballer, die die Verhältnisse bis zur Halbzeit wieder klarstellen konnten. Beide Mannschaften beendeten die erste Halbzeit mit einem 16:11 und bis zu diesem Moment verlief beim Verbandsligisten alles nach Plan.
Man hatte das Gefühl, dass die Freienwalder noch mit den Köpfen bei der Halbzeitansprache waren, da die ersten Minuten komplett den Gubenern gehörte. Das Tor wurde nicht getroffen und weil die Chemiker dies den Freienwaldern vormachten, kamen diese Tor für Tor dem Ausgleich näher. Doch nach einigen Minuten konnten die Freienwalder wieder ihr Tor verbuchen und dadurch kam der anfangs fehlende Schwung wieder in die Mannschaft. Die Führung wurde wieder auf 5 Tore ausgebaut und es stand nach 40. Minuten 19:14. Nun begann das Spiel zu einem wahren Pokalkrimi zu werden. Die Gubener witterten auf einmal, durch Unkonzentriertheiten der Jahnakteure in der Offensive und in der Defensive, Morgenluft. Der Toreabstand schmelzte weiter und das Spiel wurde durch viele Fouls der Gubener immer rassiger. Zur Folge zeigte nun die Anzeigetafel ein 21:21 an und Unzufriedenheit machte sich in den Reihen der Kurstädter breit. Nach weiteren Toren im diesem Krimi übernahm der „Underdog“ die Führung und der Satz „Der Pokal hat seine eigenen Gesetze“ machte sich langsam bei allen Beteiligten im Gubener Sportzentrum breit. Doch die Jahnakteure kämpften weiter und aus der 23:22 Führung des Landesligisten wurde bis 30. Sekunden vor Schluss ein 27:26 und es musste dieses Ergebnis nur noch verwaltet werden, um eine Verlängerung zu entgehen. Doch aus irgend einen Grund ist es für die erste Mannschaft des SV Jahn Bad Freienwalde in der Pokalsaison 2011/2012 nicht möglich ein Spiel nach 60. Minuten zu beenden und es kam zum 27:27 Ausgleich in der Schlusssekunde, somit kam es zur Verlängerung, die über 2 x 5. Minuten ging.
Die erste Verlängerung begann positiv für den Landesligisten, da dieser in Führung ging und diesen Vorsprung über längere Zeit verwaltete. Teilweise führte dieser mit 2. Toren, doch die Kurstädter ließen sich nicht abschütteln. Durch wichtige Paraden des Freienwalder Torwarts in den letzten Minuten und der offensiven Abwehr kam man zum wichtigen Ausgleich in der Schlusssekunde. Das Ergebnis betrug nun 32:32 und die zweite Verlängerung, wieder 2 x 5. Minuten, wartete auf beide Mannschaften, die schon „aufs Zahnfleisch“ gingen.
Die zweite Verlängerung beherrschte nun endlich der Favorit aus Freienwalde. In den ersten Minuten behielt das Ergebnis noch seine Ausgeglichenheit, doch zu mehr man dem Siebenmeterwerfen entgegenging, forcierten die Jahnakteure ihre letzten Kraftreserven und das hatte zur Folge, dass der Verbandsligist kurz vor Schluss mit 38:36 führte. Der Favorit sah aus, wie der sichere Sieger und mit dieser Einstellung kassierte dieser noch 2. Tore. Der letzte Angriff der Freienwalder sollte noch den ersehnten Sieg bringen, doch der erste Ball wurde vom Gubener Torwart abgewehrt. Da dieser Wurf durch ein Foulspiel behindert wurde, gab es den fälligen 9m, der sogleich in der 59 Minute und 58 Sekunde den Weg in das Tor fand und der höherklassigen Mannschaft den Weg in die zweite Runde eröffnete.
Die Mannschaft mit dem glücklicheren Ende war die aus der Kurstadt, die in einer äußerst spannenden und ruppigen, aber auch teilweisen unfairen, Partie als Sieger vom Parkett ging und sich hoffentlich in der nächsten Runde mit einem „attraktiveren Gegner“ messen kann.
Am kommenden Samstag (22. Oktober 2011) kann man die Pokalfighter vom SV Jahn Bad Freienwalde live in der heimischen Kurstadthalle um 18. 00 Uhr gegen die „Zweite“ vom Oranienburger HC spielen und hoffentlich siegen sehen.
Tore: Sebastian Hinz (/), Alexander Schmidt (4), Markus Block (5), Stephan Blume (7), Philipp Köppen (/), Chris Mattias (5), Oliver Viert (7), Raik Höhne (8), Marc Gollung (3)