Wir sind wieder da!


Neues Jahr, neues Glück und gleich zum Anfang ein Spitzenspiel in der Kurstadthalle. Der HC Neuruppin, aus der Ostsee-Spree-Oberliga, wurde am 8.1.2012 um 16.00 Uhr in unserer Kurstadthalle empfangen, die mit über 300 begeisterten Fans gefüllt war. Dieses Spiel sollte der Neubeginn in der vorangeschrittenen Saison sein, die das Potential der Freienwalder Mannschaft bis jetzt überhaupt nicht wiederspiegelte. Die Gäste, die ihr erstes Pokalspiel in dieser Saison machten,  spielten in dieser Saison in ihrer Liga, wie die Freienwalder, auch unter ihren Erwartungen, deswegen stehen diese mit 5 Siegen, 1 Unentschieden und 7 Niederlagen im gesicherten Mittelfeld auf Platz 8. Im letzten Saisonspiel 2011 besiegten die Neuruppiner die Rotation vom Prenzlauer Berg (Berlin) mit 38:28. Die Freienwalder dagegen holten sich in den letzten Partien nur Niederlagen ab, zur Folge steht der SV Jahn Bad Freienwalde an drittletzter Stelle in der Tabelle, doch das letzte Spiel des vergangenen Jahres gegen den Tabellenführer Borgsdorf gab allen Beteiligten des Vereins wieder Hoffnung auf eine viel bessere Rückrunde und den Anfang machte diese Pokalpartie gegen den haushohen Favoriten aus Neuruppin, der nicht nur durch das Kurstädter Team Paroli bekam, sondern auch durch die überragenden Zuschauer.
Die beiden Schiedsrichter Thomas Stahlberg und Lutz Schween (beide Oranienburger HC), die eine solide, aber auch mit fehlerbehaftete Leistung zeigten, pfiffen diesen Krimi an. Anwurf hatten die Gäste, die sogleich die 1:0 Führung warfen. Doch entgegen der Erwartungen des Favoriten glichen die Kurstädter mit dem starkaufspielenden Oliver Viert zum 1:1 aus.  Die ersten 15 Minuten zeigten ein Spiel auf sehr hohem Niveau, wo selbst der kleinste Fehler, wie ein Passfehler, von beiden Mannschaften sofort mit einem Treffer bestraft wurden, somit folgte auf der Führung der Neuruppiner immer gleich der Ausgleich der Freienwalder (4:5, 5:5, 5:6, 6:6). Der Oberligist warf einfache Tore aus dem Rückraum, die dann doch immer wieder den Klassenunterschied zeigten, weil solche platzierten und mit Dynamik behafteten Würfe nur wenige in der Verbandsliga beherrschten. Der Favorit setzte sich zum ersten Mal mit 2 Toren ab (8:10) und dies war ein sehr entscheidender Zeitpunkt, denn nun hätten die Neuruppiner dieses Spiel vorentscheiden können, doch der wiedermal gut spielende Torwart Sebastian Hinz hielt das Heimteam im Spiel. Durch die Spieler Markus Block, Oliver Viert und den Freienwalder Spielzügen wurde der Gau verhindert und es stand nun ein 10:10 Remis. Das Niveau ebbte langsam ab, doch dieses Match behielt seine Spannung (12:12, 13:12, 13:13). Ab der 23 Minute war es sogar den Mannen von Trainer Guido Juhre möglich sich auch auf 2 Tore abzusetzen und dies schockte die Gäste. Das Ergebnis hieß nun 15:13 und Hoffnung kam auf. In den letzten Minuten der ersten Halbzeit avancierte das Heimteam nun zur führenden Mannschaft (16:15; 17:16), doch am Ende gingen beide Mannschaften nach einer starken Leistung mit 17:17 in die Kabine. Der Freienwalder Trainer zeigte sich zufrieden mit der ersten Halbzeit und offenbarte nur kleine Fehler der Mannschaft.
Weiter ging es nach 10 minütiger Pause in der Kurstadthalle und die Halbzeitansprache des Trainers spürten die Freienwalder in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit den Neuruppinern an.  Diese spielten nun aggressiver und fighteten (kämpften) nun auch, doch die Spieler des SV Jahn Bad Freienwalde hielten stand. Diese elektrisierende Spannung konnte man fast schmecken und die lautstarke Unterstützung hemmte die Offensivbemühungen der Neuruppiner wieder ein.  Das ausgeglichene Spiel hielt weiter stand (19:19,20:20,22:22). Die ersten Reserven wurden nun angegangen und das zeigte sich dadurch, dass die 2 Minutenstrafen sich auf der Seite der Freienwalder anhäuften. Der Kurtstädter Abwehrspezialist Mario Rilke bekam in dieser Phase seine dritte 2-Minutenstrafe und erhielt die Rote Karte, somit musste sich die Freienwalder Deckung neu ordnen, doch die Neuruppiner konnten dies nicht nutzen. Nach der überstandenen Unterzahl gaben die Freienwalder wieder den Ton und selbst glückliche Tore waren dem Heimteam hold. Die 20. Minute der zweiten Halbzeit brach an und die Kurstadthandballer hatten sich auf 3 Tore zum 28:25 abgesetzt. Das Unmögliche hätte möglich werden können. Es fehlten nur noch 10 Minuten, 600 Sekunden bis zum Sieg. Leider schlichen sich bei allen Jahnakteuren nun kleine Fehler ein und dadurch holten die Neuruppiner diesen Rückstand binnen weniger Minuten wieder auf und gingen dann auch wieder in Führung. Es stand nun kurz vor Ende 29:30 und es war noch alles möglich. Von Sieg bis Niederlage und Verlängerung bis 7m-Werfen. Den Energieverschleiß der Freienwalder Spieler nutzten die Neuruppiner gnadenlos und Oliver Viert war der leittragende. In einer Abwehraktion kam dieser zu spät und erhielt dafür eine Zeitstrafe. Die letzten 2 Minuten mussten nun 5 Feldspieler der Kurstädter meistern und dies gelang diesen auch. Chris Mattias warf den Ausgleich und den entscheidenden letzten Wurf der Neuruppiner hielt Sebastian Hinz. 32:32 nach 60 Minuten und die Verlängerung war die Folge.
Nach kurzer Pause ging es in die ersten 5 Minuten der Verlängerung. Den besseren Start legten die Favoriten hin. Schnell führten diese mit 32:34. Die Zeit von Raik Höhne brach an. Die von Chris Mattias herausgeholten 7m mussten verwandelt werden, sonst wäre diese Partie gelaufen gewesen. Doch Raik Höhne behielt die Ruhe und verwandelte präzise. 34:35 hieß es nun und das Ende rückte näher. Ein Fehler hätte gereicht und die Partie wäre gelaufen gewesen und leider geschah den Freienwaldern dieser entscheidende Fehler beim 36:37 Rückstand in den letzten Sekunden. Die Neuruppiner nutzten den letzten Angriff nicht mehr, doch es reichte nicht mehr zum Ausgleich. Die Jahnakteure verloren am Ende unglücklich nach großem Kampf mit 36:37.
Die Enttäuschung war allen Beteiligten anzusehen, denn an dieses Ergebnis glaubten nur die größten Optimisten und deswegen war diese so groß, weil das Wunder greifbar war. Alle, wirklich alle in dieser Halle haben ihr bestes gegeben und es brauch sich niemand verstecken. Wir haben uns wieder Respekt verschafft.

 

Am kommenden Samstag, dem 14.1.2012 um 18.00 Uhr, ist das Derby gegen Werneuchen und mit dieser Leistung fegen wir diese aus der Halle. Also an alle Zuschauer, denen der letzte Fight gefallen hat, kommt wieder und unterstützt uns.


Tore: Sebastian Hinz (/), Torsten Schirrmeister (/), Marion Nawin (2), Alexander Schmidt (/), Markus Block (9), Philipp Köppen (/), Chris Mattias (4), Mario Rilke (/), Oliver Viert (11), Raik Höhne (8), Marc Gollung (1), Benjamin Warnke (1) 

 

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