Ein Punkt für die Moral

 

 

Das von den beiden Fanlagern betitelte enge „Freundschaftsspiel“ hielt was es versprach. Mehr Emotionen, Leidenschaft und Moral auf und neben dem Spielfeld suchen nur in viel höheren Ligen seines Gleichen. Am 5.11.2011 kam es zum Verbandsligaspiel des Neunten gegen den Zweiten. Die auf dem 2. Tabellenplatz thronenden Wittenberger, die bis dato noch ohne Punktverlust mit Borgsdorf die Liga dominierten, mussten in der Kurstadthalle die nächsten 2 Punkte einfahren, dass diese weiterhin an dem Spitzenteam dranbleiben konnten, doch die Kurstadthandballer, die bis dahin einen mittelmäßigen Saisonstart zu Buche stehen hatten, wollten dies mit aller Macht und den vielen Fans im Rücken, verhindern. Die Hoffnung zum Sieg gegen den PHC war damit zu begründen, dass diese am letzten Spieltag, als die Jahnakteure spielfrei hatten, gegen den bisherigen Tabellenletzten zuhause nur zu einem schmeichelhaften 31:26 Sieg kamen, also bestand die Möglichkeit für eine Wiedergutmachung des letzten Spiels gegen Oranienburg, als man am Ende unglücklich, aber verdient 24:26, verlor. Die Freienwalder Mannschaft konnte aus den vollen Schöpfen und mit den zahlreichen Fans im Rücken war die perfekte Grundlage zu einen tollen Handballfest gelegt.

Der erste Angriff des Spiels gehörte den Gästen, die auf die neue 5:1 Abwehr der Freienwalder trafen. Dadurch wurde die „Zweite Reihe“ gestört, doch dafür mussten an der Defensive Abstriche gemacht werden. Der Kreisspieler und die Außen hatten durch diese offensive Abwehr viel mehr Freiräume, deswegen war es auch nicht verwunderlich, dass das erste Tor des Spiels durch den Linksaußen des PHC erzielt wurde, somit stand es 0:1 und der Torreigen begann. Die Reaktion der Heimmannschaft ließ nicht lange auf sich warten, denn Oliver Viert klinkte den Ball aus 9m in das Gehäuse der Wittenberger ein. Schon an der Folge der Ergebnisse (1:2, 3:3,5:5) war zu erkennen, dass zwei gleichstarke Mannschaften sich gegenüber standen. Es entstand für die Zuschauer ein sehenswertes Handballspiel, dass durch schöne Tore und Spielzüge beider Mannschaften, bis zur Mitte der ersten Halbzeit, bestimmt wurde. Des Öfteren konnten Markus Block und Co. die Wittenberger Abwehr und den Torwart überwinden, doch nach dem 9:9 kam es zum Bruch im Freienwalder Team. Der PHC übernahm auf einmal das Zepter und dies war auch an den folgenden Ergebnissen (9:11, 9:13, 10:15) zu erkennen. Die beiden Kurstädter Keeper bekamen die Finger nicht mehr an den Ball und im Angriff fehlte auf einmal die nötige Konsequents den Ball ins Tor zu befördern. Der Freienwalder Trainer, Guido Juhre, musste handeln und nahm die Auszeit, um seine Mannschaft wieder neu zu ordnen. Die Abwehr wurde wieder auf 6:0 umgestellt, doch am Ergebnis änderte sich weiterhin nichts. Die Wittenberger hatten sich in einen Rausch gespielt (11:16, 12:17, 13:19) und ließen den Freienwaldern keine Chance mehr an diese heranzukommen. Mit dem letzten Kraftakt der ersten Halbzeit konnten die Freienwalder das 14:19 erzielen und mit diesem Halbzeitstand war auch gleich die Devise für die zweite Halbzeit klar, die 5 Tore aufholen.

Gleich mit dem ersten Angriff der zweiten Hälfte wollten die Jahnakteure die Aufholjagd beginnen und mit dem 15:19 sollte eigentlich der Grundstein gelegt werden, doch die Wittenberger hatten was, mit 2 Toren in Folge als Reaktion, dagegen. Ernüchterung machte sich in den Reihen der Kurstädter und dessen Fans breit und die Wittenberger Anhänger waren oben auf und feierten den schon fast sicheren Auswärtssieg. Doch dann kam es zu diesem Zeitpunkt zu der nicht mehr geglaubten Aufholjagd. Auf einmal passte es im Freienwalder Team in der Offensive sowie in der Defensive. Sebastian Hinz hielt für mehrere Angriffe seinen Kasten sauber und der Kurstädter Angriff erspielte sich die Chancen und nutzte diese (16:21, 18:21,20:22). Diese Moral und Emotionen, die nun auf dem Spielfeld entstanden, sprangen auf die Zuschauer über und mit „8“ Mann im Rücken kam es nach 25 Minuten in der zweiten Halbzeit zum ersehnten und verdienten Anschlusstreffer (24:25). Es war dann leider nicht für die Heimmannschaft möglich den Ausgleich zu erzielen und als Folge kam es denn zum Gegentreffer, doch mit dieser Moral, die sich im Laufe der zweiten Halbzeit entwickelt hatte, warf das Kurstädter Team in der letzten Minute den Ausgleich (27:27). Der darauf folgende Ball wurde dann vom Freienwalder Torwart gehalten und der Sieg war möglich. Die Fans feuerten ihre Mannschaft nochmals lautstark an, doch leider hielt der starke Torhüter des PHC´s diesen entscheidenden Wurf. Nach weiteren 20 Sekunden zeigte die Anzeigetafel ein 27:28 an und die Jahnakteure hatten nur noch einen Angriff. Das Heimteam kam nochmal zum freien Wurf, doch dieser Ball wurde gehalten, aber durch ein Foul gab es den fälligen 7m in der 59:56 Minute, der dann leider nicht den Weg in das Wittenberger Gehäuse fand. Durch den letzten Einsatz von Chris Mattias und Markus Block entstand die letzte Aktion des Spiels in der 59:59 Minute. Beide konnten nur noch unfair gestoppt werden und das heißt, dass ein Freienwalder Akteur zum 7m-Showdown gegen den Wittenbergertorwart antreten musste. Chris Mattias übernahm die Verantwortung und verwandelte diesen entscheidenden Ball zum 28:28 im Tor. Die Emotionen in der kompletten Halle ließen ihren freien Lauf.

Am Ende war diese Punkteteilung das gerechte Ergebnis für dieses grandiose Spiel. Die erste Halbzeit dominierte der PHC und die zweite ging klar an den SV Jahn, die mit viel Moral und Leidenschaft die Niederlage abwenden konnten. Viel trugen auch die vielen Fans dazu bei, die wiedermal 60 Minuten alles gaben und dieses Spiel zu einem Handballfest gestalteten.


Weiter geht es am kommenden Samstag gegen Altlandsberg II um 14:00 Uhr, die am Sonntag den ersten Saisonsieg der Saison verbuchten, also wollen diese mit Sicherheit ihren Aufwärtstrend bestätigen und wieder einen Sieg einfahren, doch unser Team wird alles Mögliche tun um selbst die nötigen 2 Punkte einzufahren.


Tore: Sebastian Hinz (/), Paul Block (/), Mario Nawin (/), Alexander Schmidt (/), Markus Block (9), Philipp Köppen (/), Chris Mattias (7), Nick Hoffmann (/), Oliver Viert (7), Raik Höhne(2), Benjamin Warnke (/), Marc Gollung (3), Mario Rilke (/)

 

 

Bilder